Gedanken zum Herbst 2026

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Gedanken zum Herbst 2026

Liebe Gemeinde,

ein früher Samstagabend Mitte August. Noch steht die Hitze über den Feldern und die Luft ist schwül. Ich gehe die Ramhorst runter, am Friedhof vorbei. Erste Regentropfen fallen. Und als ich mit meiner Hündin abbiege in den Breiten Weg, da beginnt endlich der Sommerregen. Er fühlt sich so gut an nach all der Trockenheit der letzten Wochen. Meine Wetterapp sagt mir, dass der Regen nicht allzu lange anhalten wird. Aber dieser Moment, der bringt Erleichterung.

Und dann beginnen die Hagedorner Kirchenglocken zu läuten. Sie läuten den Sonntag ein. Eine eigenartig friedliche Stimmung legt sich über die abgemähten Felder. Außer mir ist zu dieser Zeit scheinbar niemand unterwegs und ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen.

Ich biege ab, Richtung Norden. Tatsächlich. Hier höre ich auch die Stifter Glocken. Leiser, dezenter, aber gut zu hören. Welch ein Abendfrieden in diesem Moment.

Ich denke darüber nach, dass eben auch dieser Sommer irgendwann in den Herbst übergehen wird. Damit tue ich mich jedes Jahr ziemlich schwer. Denn im Herbst wartet ja nicht nur das Erntedankfest auf mich.

Aberin diesem Moment, in dieser Viertelstunde des Glockengeläuts am Samstagabend, spüre ich tiefe Dankbarkeit. Ich blicke zurück auf 30 so volle Jahre in Hagedorn. Was ich da alles erleben, wem ich alles nahekommen durfte. Großartig. Ein prall gefülltes Berufsleben. So viel Segen. Schritt für Schritt kommen immer mehr Erinnerungen.

Da darf der Herbst durchaus kommen.

Die letzten 12 Monate als Hagedorner Pfarrerin werden schnell vergehen. Aber ich sammle jetzt die Momente, die so unendlich friedlich sind, wie dieser Samstagabend. Und sage danke, dass ich sie erleben darf.

Vielleicht ein Weg zu einem ganz persönlichen Ernte-Dankfest? Und nicht nur für mich.

Goldene dankbare Herbstmomente wünscht Ihnen Ihre Pastorin Ulrike Schwarze

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